TL;DR

+49 174 276 6483.

Von dieser Mobilnummer wurde der Whistleblower William Binney angerufen. Sie steht nun ebenfalls unter direkter Überwachung der Geheimdienste. Rufen Sie diese Nummer von ihrem eigenen Telefon an, um sich selbst dem sozialen Graphen Binneys hinzuzufügen.

Warum sollten Sie das tun, mögen Sie fragen. Es stimmt, Sie werden damit in Verbindung mit Binney gebracht. Auf dem Spiel steht aber viel mehr als die möglichen Folgen einer Datenspur. Wollen Sie wirklich ein Leben führen, in dem Sie sich davor scheuen, vollkommen normale, legale Dinge zu tun, wie z.B. eine Handynummer anzurufen? Hier ist eine Gelegenheit, trotz Totalüberwachung nicht eingeschüchtert zu sein.

 

Das Hop 3-Projekt wurde produziert vom ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe anlässlich der Ausstellung Global Control and Censorship, und ist inzwischen Teil der Sammlung des ZKM. Als solches ist es 2017 bis 2019 Bestandteil einer Wanderausstellung durch eine Reihe von osteuropäischen Kunstinstitutionen, beginnend mit der Kunsthalle Tallinn und der Nová Synagóga Žilina in der Slovakischen Republik.

Der Kölner Teil des Projektes bestand aus der Plakatierung von 200 Litfaßsäulen im Kölner Stadtgebiet, und wurde ermöglicht durch die Unterstützung der Kunsthochschule für Medien Köln, des Kulturamts der Stadt Köln und der Firma Ströer.

Design: Studio Frith, London

Konzeption und Idee: Christian Sievers

 

Nachweise/ weiterführende Links:

"So all of your friends, that's one hop. Your friends' friends, whether you know them or not — two hops. Your friends' friends' friends, whoever they happen to be, are that third hop. That's a massive group of people that the NSA apparently considers fair game."
Philip Bump: The NSA Admits It Analyzes More People's Data Than Previously Revealed.

Three degrees of separation: breaking down the NSA's 'hops' surveillance method

MetaPhone: The NSA Three-Hop

Peter Galison: Selbstzensur durch Massenüberwachung - Wir werden uns nicht mehr wiedererkennen

 

Es handelt sich hier um ein Kunstprojekt, das unter anderem die Frage stellt, ob das das Sich-Verstecken-Wollen angesichts der Totalüberwachung nicht den Überwachern in die Hände spielt.

Das Problem der systematischen Verletzung der Grundrechte aller muss auf politischem Wege gelöst werden, und das wird nur passieren, wenn man als Bürger nicht schon zu eingeschüchtert ist, um persönlich dafür einzustehen.

Dieses Projekt ist nicht als Empfehlung zu verstehen, sich völlig ungeschützt durch das Netz zu bewegen. Es ist eine gute Idee, sich ein Grundverständnis der Funktionsweise der Massenüberwachung durch staatliche und privatwirtschaftliche Akteure anzueignen, um persönliche Beeinträchtigungen vermeiden zu können. Die Gefahr z. B. einer benachteiligenden Bewertung durch Rating-Agenturen ist durchaus gegeben. So sollte man beispielsweise überlegen, bestimmte Fragen zu Gesundheitsproblemen nur über Tor zu recherchieren, um nicht schlechtere Konditionen von Krankenversicherungen zu bekommen. Weitere Informationen finden sich an vielen Stellen im Netz, unter anderem bei Digitalcourage e.V., bei der Selbstdatenschutz-Seite oder auf Englisch bei der EFF. Auf CryptoParties kann man ganz praktisch und spielerisch lernen, wie man sich einen Rest Hoheit über die eigenen Daten bewahrt.